„Wąskie Grono“ an der Poznańska-Straße – ein neues Bauprojekt im historischen Stadtkern von Posen

Das Projekt „Wąskie Grono“ an der Poznańska-Straße in Posen zeigt, dass zeitgenössische Architektur mitten im Stadtzentrum entstehen kann und dabei im Dialog mit der historischen Struktur der Stadt steht. Das vom Architekturbüro Litoborski Partnerzy entworfene und von DEMIURG design&build realisierte Projekt ist ein Beispiel für einen bewussten Umgang mit der Bebauung in einem denkmalgeschützten Gebiet.

Das Bauprojekt entstand an der Stelle eines ehemaligen Parkplatzes, inmitten eines der wertvollsten städtebaulichen und architektonischen Ensembles von Posen. Die Arbeiten begannen im Juli 2024 und führten zu einem Gebäude mit 52 Wohnungen sowie sechs Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Die bebaute Fläche betrug rund 1.020 m², die Gesamtfläche überstieg 6.291 m², während das Bauvolumen des Objekts über 20.777 m³ erreichte.

Herausforderungen

Obwohl sich der moderne Baukörper harmonisch in das Stadtbild einfügt, war der Bauprozess äußerst anspruchsvoll. Die komplexe Form mit zahlreichen Erkern, Balkonen und Auskragungen erforderte eine präzise Koordination der Bau- und Ausbauarbeiten. Das Grundstück wurde fast vollständig vom geplanten Gebäude eingenommen, was die Einrichtung einer herkömmlichen Baustelleneinrichtung ausschloss. Die Materialanlieferungen erfolgten fortlaufend, wobei der Verkehr auf den umliegenden Straßen aufrechterhalten und der Betrieb der benachbarten Gebäude nicht beeinträchtigt wurde.

Eine der ungewöhnlichsten Lösungen war die Aufstellung eines Turmkrans innerhalb des Gebäudeumrisses. Die Decken wurden schrittweise ausgeführt – zunächst rund um die Krankonstruktion, und nach deren Demontage wurden die übrigen Teile ergänzt. Dies erforderte eine detaillierte Planung der einzelnen Bauphasen sowie eine enge Zusammenarbeit aller am Bauprozess Beteiligten.

Technische Lösungen

In dem Objekt wurde eine zweistöckige Garagenhalle errichtet, die mit einem Autolift sowie Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge ausgestattet ist. Zudem kam ein Regenwasserrückhaltesystem mit internem Speicher zum Einsatz, das eine nachhaltige Wasserwirtschaft unterstützt. Dies ist ein Beispiel für ein Bauprojekt, das hohe technische Anforderungen mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt verbindet – funktionale Lösungen wurden nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil des Projekts betrachtet.

Biodiversität im Stadtzentrum

„Wąskie Grono“ an der Poznańska-Straße zeichnet sich zudem durch Elemente aus, die die lokale Fauna und Flora fördern. In die Fassade wurden spezielle Öffnungen für Mauersegler eingebaut, die den Vögeln einen sicheren Unterschlupf bieten. Zur Straßenseite hin entstand eine etwa 108 m² große Grünwand, die mit einem automatischen Bewässerungssystem ausgestattet und mit Pflanzen bepflanzt ist, die auf die Sonneneinstrahlung abgestimmt sind. Diese Lösung verbessert nicht nur das Mikroklima, sondern bereichert den Raum auch optisch.

Materialien und architektonische Details

Die Fassaden und Gemeinschaftsbereiche wurden unter Verwendung moderner Lösungen, darunter Furnierelemente, gestaltet. Zu einem charakteristischen Detail sind die Fassadenverkleidungen auf den Schrägdächern geworden, die dem Baukörper einen einheitlichen und ausdrucksstarken Charakter verleihen. Sorgfältig ausgewählte Materialien und eine konsequent umgesetzte Gestaltungslinie sorgen dafür, dass das Gebäude zeitgemäß wirkt und gleichzeitig den Kontext des Standorts respektiert.

„Wąskie Grono“ an der Poznańska-Straße ist ein Beispiel für ein Bauprojekt, das zeigt, dass anspruchsvolle Rahmenbedingungen ein Anstoß für die Schaffung hochwertiger Architektur sein können. Das Projekt verbindet einen präzise geplanten Bauprozess, Umweltbewusstsein und einen bewussten Umgang mit der historischen Stadtstruktur und schafft so ein Bauwerk, das das Zentrum von Posen bereichert.

Architekturentwurf: Litoborski Partner

Bauausführung: DEMIURG design&build

Bauherr: Constructa Plus

Fotos: Maciej Lulko

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