Wie eine versenkte Fähre. Das Vertex Hotel von Zaha Hadid Architects

Das Vertex-Hotel ist ein Konzept, das sich auf Design konzentriert, bei dem Architektur auf fortschrittliche Technologie trifft. Das erste Hotel der Serie wird in Okinawa entstehen und wurde von Zaha Hadid Architects entworfen. Das Gebäude zeichnet sich durch die charakteristischen Kurven des Studios aus und ähnelt durch seine kaskadenartige Anordnung einer auf dem Boden liegenden Fähre. Der Entwickler ist NOT A HOTEL.

Der geplante Komplex wird auf einem Grundstück errichtet, das zwischen einer türkisfarbenen Bucht mit weißen Stränden und den steilen Hängen eines subtropischen Waldes liegt. Von Anfang an arbeiteten die Architekten mit dem Ziel, so wenig wie möglich in die Umgebung einzugreifen, die Anlage in das natürliche Gelände zu integrieren und jedem Zimmer einen ungehinderten Blick auf das Meer zu ermöglichen. Ein Schlüsselelement des Entwurfs war der Respekt vor Okinawas einzigartigen Küstenökosystemen und Korallenriffen.

ZHA stützte das Konzept auf eine Analyse der Geologie des Geländes, das von Ryukyu-Kalksteinformationen (Ablagerungen alter Korallenriffe) dominiert wird, die 400.000 Jahre alt sind. Diese Schichtstruktur in Verbindung mit einem feuchten Mikroklima schafft die Voraussetzungen für einen üppigen Regenwald. Als Reaktion auf die strengen Richtlinien der Forstbehörde, der Meeresschutzorganisationen und der örtlichen Umweltbehörden entwarfen die Architekten das Projekt so, dass es über dem Gelände „schwebt“. Das Hotel wurde an der Grenze zwischen dem Wald und dem Strand platziert, wodurch der physische Fußabdruck der Anlage reduziert und die biologische Vielfalt beider Ökosysteme geschützt wurde.

Die Masse des Gebäudes entwickelt sich als eine Fortsetzung der natürlichen Felsformationen. Terrassenförmige Grundrisse, Höfe und Gärten folgen der Küstenlinie und schaffen eine Architektur, die die Landschaft nicht dominiert, sondern mit ihr koexistiert. Jedem Element gingen detaillierte Analysen der klimatischen Bedingungen voraus: Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Windrichtungen, Sonneneinstrahlung, Luftqualität und unterschiedliche Boden- und Meeresparameter. Anhand dieser Daten wurden digitale Modelle erstellt, um den Nutzerkomfort und die Energieeffizienz des Gebäudes im schwierigen subtropischen Klima Okinawas zu optimieren.

Eines der markantesten Elemente des Entwurfs sind die ausgeklügelten Vordächer, deren Form sich aus einer jährlichen Sonnenanalyse ergibt. Sie bilden ein kaskadenförmiges System von schattigen Terrassen, die sanft zur Küste hin abfallen. Dies ist eine moderne Interpretation der traditionellen okinawanischen Dachtraufen, die seit Jahrhunderten die Häuser vor intensiver Sonne und Regen schützen.

Die Architektur wurde so konzipiert, dass die natürlichen Winde von Kāchibē, die im Sommer kühle Luft vom Meer heranbringen, optimal genutzt werden können. Alle Gemeinschaftsräume, Zimmer und Villen profitieren von einer natürlichen Belüftung, die den Energiebedarf erheblich reduziert. Gleichzeitig wurde die Gebäudestruktur um mindestens 6,5 Meter über die Hochwasserlinie angehoben, um den Herausforderungen von Monsun, Taifunen und starken Regenfällen zu begegnen. Außerdem wurden fortschrittliche technische Lösungen zum Schutz des Gebäudes vor den Auswirkungen seismischer Aktivitäten in den Entwurf aufgenommen.

Mit Blick auf die Umwelt verwendeten die Architekten modulare Struktur- und Fassadensysteme, die auf vorgefertigten Elementen basieren und deren Texturen und Farben vom weißen Sand der örtlichen Strände inspiriert sind. Die vorgefertigten Elemente werden aus Beton hergestellt, der wiederverwertete Zuschlagstoffe von nicht mehr genutzten Gebäuden auf den Inseln enthält, was das Projekt in die Idee einer Kreislaufwirtschaft einfügt.

quelle: Zaha Hadid Architects

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