Im postindustriellen Teil des Krakauer Stadtteils Podgórze befindet sich eine Wohnung, die zeigt, wie viel man mit Konsequenz, Materialgefühl und dem Geschick, mit Proportionen zu arbeiten, erreichen kann. Das Projekt von Magdalena Herba vom Herba Studio ist ein Beispiel für ein Interieur, das keine spektakuläre Gestaltung benötigt, um Eindruck zu machen. Seine Stärke liegt in der Kohärenz und den bewussten Designentscheidungen, und das alles auf einer Fläche von 45 Quadratmetern.
Bei der Arbeit an dem Innenraumkonzept stützte sich die Architektin auf natürliche Materialien und eine neutrale Farbpalette, wodurch das Interieur nicht den momentanen Trends unterliegt. Weiß, warmes Holz und dunkelbraune Furniere bilden die Basis, die durch subtile Farbakzente belebt wird. Der Eichenholzboden in klassischer Fischgrätoptik strukturiert den Raum und leitet den Blick durch die einzelnen Räume, während Details aus Stein und Stahl für Eleganz sorgen.
Viele Einrichtungselemente – vom Tisch über die Vitrine bis hin zu Spiegeln und Gardinenstangen – wurden auf Bestellung angefertigt. Dadurch wurde jeder Zentimeter präzise genutzt und die Wohnung erhielt einen individuellen Charakter.
Wohnbereich
Der Wohnbereich wurde als Ort konzipiert, der Begegnungen und alltäglichen Aktivitäten fördert. Das zentrale Element ist ein Sofa mit einem Untergestell aus Nussbaumholz, das gleichzeitig als Bücherregal dient. Diese Lösung spiegelt die Philosophie des Projekts wider: Einfachheit, Funktionalität und natürliche Materialien.
Ergänzt wird der Raum durch eine Glasbank von Hay, einen karierten Teppich und klassische Accessoires. Auf der anderen Seite der Bank befinden sich ein niedriger Sitz und Kissen auf dem Boden, die einen informellen Entspannungsbereich bilden. Das Gesamtbild ist leicht, aufgeräumt und freundlich.
Küche ohne Oberschränke
Eines der wichtigsten Ziele war es, eine Küche zu schaffen, die optisch aufgeräumt und modern bleibt. Auf Oberschränke wurde verzichtet, wodurch der Raum offener wirkt und mehr Licht auf die Arbeitsfläche fällt. Um die volle Funktionalität zu erhalten, wurden die Arbeitsplatten auf 80 cm vertieft, wodurch zusätzliche Arbeitsfläche und Stauraum gewonnen wurden.
Auf der linken Seite befinden sich hohe Schränke mit dunkelbrauner Furnieroberfläche und charakteristischen vertikalen Griffen. Ihre Form und ihr Material knüpfen an die Einrichtung im Wohnzimmer an, was die Einheitlichkeit des gesamten Wohnbereichs verstärkt.
Minimalismus von der Türschwelle an
Der Flur wurde als heller, schlichter Raum gestaltet, der nahtlos in den Wohnbereich übergeht. Schuhschränke und Stahlkleiderbügel sorgen für Ordnung, während die Fliesen Pulp Red von 41zero42 einen warmen Ton einbringen und einen dekorativen Akzent setzen. Die Wand ziert eine silberne Spiegelwandleuchte von Hay, die einen dezenten Glanz verleiht. Das auffälligste Element sindjedoch die Stahltüren zum Kleiderschrank mit verstärktem Glas. Ihre geometrische Form und Transparenz verleihen Leichtigkeit und unterstreichen gleichzeitig den minimalistischen Charakter der Wohnung.

Das Badezimmer knüpft an die Ästhetik der übrigen Räume an. An der Wand neben der Dusche wurden Fliesen der Marke Parallel vom gleichen Hersteller wie auf dem Boden verwendet, was die Materialkohärenz verstärkt. Das Interieur wird durch eine Vitrine mit Fronten aus verstärktem Glas ergänzt – eine subtile Anspielung auf die Türen im Flur. Anstelle einer klassischen Verkleidung hinter dem Waschbecken wurde hochwertige wasserfeste Farbe verwendet. Diese Lösung ermöglichte einen natürlicheren, sparsamen Effekt, ohne Kompromisse bei der Funktionalität einzugehen.
Privater Bereich
Das Schlafzimmer wurde mit Blick auf Erholung gestaltet. Eine begrenzte Materialpalette und neutrale Farben schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Ordnung. Das Interieur wird durch Formakami-Lampen von &Tradition und eine Lampe von Tom Dixon belebt, die die sparsame Form aufbrechen und Charakter verleihen. Dadurch bleibt das Schlafzimmer minimalistisch und gleichzeitig gemütlich.
Das Projekt von Magdalena Herba ist ein Beispiel dafür, wie bewusste Designentscheidungen es ermöglichen, ein Interieur zu schaffen, das gleichzeitig funktional, elegant und zeitlos ist. Auf 45 m² gelang es, alle notwendigen Funktionen unterzubringen, ohne das Gefühl von Raum und Harmonie zu verlieren.
Entwurf: Magdalena Herba – HerbaStudio
Fotos: Przemysław Markiewicz – MarkieStudio
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