Im Studiengang Architektur an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Schlesien entstand ein Projekt, das zeigt, dass eine studentische Semesterarbeit weit mehr als nur eine akademische Übung sein kann. Kacper Kucza, der im Rahmen des Fachs „Architektonisches Entwerfen – Entwerfen von Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen” an einem Konzept für eine Wohnsiedlung arbeitete, setzte sich ein ehrgeiziges Ziel: eine Bebauung zu schaffen, die das Gelände nicht dominiert, sondern der lokalen Vegetation weiterhin eine wichtige Rolle zukommen lässt. Das Ergebnis ist eine Vision von leichten, verglasten Gebäuden, die über dem Boden schweben, offen für Licht und Umgebung sind und gleichzeitig unter Berücksichtigung der natürlichen Gegebenheiten des Ortes entworfen wurden.
Der architektonische Entwurf präsentiert das Konzept einer Wohnsiedlung, bestehend aus fünf Mehrfamilienhäusern, die in Integration mit der lokalen Vegetation auf dem Grundstück errichtet wurden. Die Herausforderung bestand darin, eine Siedlung zu entwerfen, deren Struktur nicht zur Rodung der lokalen Grünflächen führt, was sich in einer relativ geringen Bebauungsdichte niederschlug. Um dies zu vermeiden, wurden dendrologische Analysen, eine Bestandsaufnahme des Geländes und eine Analyse der Wetterbedingungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass das Gelände für die Bebauung sicher ist und keine Überschwemmungsgefahr besteht.
Die Gebäude wurden von außen und dank des entworfenen Atriums auch von innen vollständig verglast, um das verfügbare Sonnenlicht so effektiv wie möglich zu nutzen. Dadurch wird das Gebäude sogar von innen beleuchtet, was teilweise Strom spart und gleichzeitig die visuelle Beziehung des Nutzers zur Umgebung auch innerhalb des Gebäudes verstärkt. Die Idee des Entwurfs war es, eine freie, luftige Raumaufteilung zu schaffen, beginnend am Fuß des Gebäudes bis hin zu den oberen Stockwerken. Dank der Säulenkonstruktion war es möglich, das Erdgeschoss über das Geländeniveau anzuheben, was unter dem richtigen Winkel die Illusion eines schwebenden Baukörpers inmitten der grünen Landschaft erzeugt. Das Erdgeschoss selbst wurde mit verglasten Boxen ausgestattet, die den Bewohnern zur Verfügung stehen und als flexible Funktionsräume dienen. Jede von ihnen verfügt über ein System von Schiebewänden, mit denen der Raum nach Belieben gestaltet oder vollständig zur Umgebung hin geöffnet werden kann.

Die Gewährleistung dieser Offenheit und des kontinuierlichen Zugangs zur Landschaft war die Hauptidee des Entwurfs. Aus diesem Grund befinden sich auf den übrigen Etagen des Gebäudes zwei Flure, die nicht nur die Verbindung zu den Wohnungen gewährleisten, sondern sich auch von Balkon zu Balkon auf den gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes erstrecken und so die Illusion von Offenheit und ein Gefühl der Durchlässigkeit vermitteln. Unabhängig von der Blickrichtung können die Bewohner immer den Kontakt zur Umgebung und zum natürlichen Licht aufrechterhalten. Alle Wohnungen sind von geräumigen Balkonen umgeben, die sich über die gesamte Breite erstrecken und mit verschiebbaren Wänden ausgestattet sind, die eine teilweise oder vollständige Abtrennung von den Nachbarn ermöglichen. Dank dieser Lösungen besteht die Möglichkeit, die Wohnbereiche der Wohnungen saisonal zu öffnen und so den Raum zusätzlich zu vergrößern.
Die Fassaden des Gebäudes wurden in minimalistischer Ästhetik mit verglasten Balkonbrüstungen gestaltet. Rhythmisch angeordnet sind auch Gitter aus weißen Paneelen, die gegebenenfalls als Sonnenschutz dienen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, auf Wunsch der Bewohner Kletterpflanzen anzubauen, was den ökologischen Charakter des Projekts unterstreicht.
Bauweise des Gebäudes: Die Konstruktion des Gebäudes greift die Idee eines offenen Grundrisses auf, um den Innenraum frei gestalten zu können. Das Erdgeschoss des Gebäudes wurde angehoben und dient als Eingangsbereich mit verglasten Boxen, die als Gemeinschaftsraum für die Bewohner dienen. Diese können sie je nach Bedarf und Zeit nutzen. Durch die Anhebung und Verglasung scheint das Gebäude aus bestimmten Blickwinkeln über dem Boden zu schweben, fügt sich in die lokale Vegetation ein und fügt sich harmonisch in die Landschaft ein.
Entwurf: Kacper Kucza
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