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Wien: Ein neuer Busbahnhof wird an der Donau gebaut

Österreich hat eine sehr wichtige Investition im Verkehrsbereich in Angriff genommen. An der Donau in Wien wird ein neuer internationaler Busbahnhof gebaut, der den Busverkehr zu internationalen Zielen ordnen und die Rolle des öffentlichen Verkehrs im Verkehrssystem der Hauptstadt stärken soll. Die Anlage ist als lesbarer und funktionaler Knotenpunkt geplant, der eng mit der bestehenden Straßeninfrastruktur und dem öffentlichen Verkehrsnetz verbunden ist.

Neuer Busbahnhof in Wien – Projektstandort

Der neue Terminal wird am Handelskai in der Nähe des Stadion Centers, des Ernst-Happel-Stadions und der U-Bahn-Station Stadion der Linie U2 errichtet. Die unmittelbare Nähe zur Autobahn A23 ermöglicht einen effizienten Ein- und Ausstieg von Fernbussen, während ein umfangreiches öffentliches Verkehrsangebot weitere Fahrten in der Stadt erleichtern wird. Die Investition soll Wiens Position als wichtiger Punkt auf der Landkarte der europäischen Busverbindungen stärken, die in den letzten Jahren als umweltfreundlichere Lösung als der Individualverkehr mit dem Auto an Bedeutung gewonnen haben.

Vom Wettbewerb zur Umsetzung

Die Entscheidung für den Bau eines zentralen Busbahnhofs wurde von der Stadt im Jahr 2019 getroffen. Zwei Jahre später wurde ein europaweiter, zweistufiger Architekturwettbewerb entschieden, den das Wiener Büro Burtscher-Durig ZT gewann. Die Jury bewertete die Vorschläge nach städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Gesichtspunkten sowie nach Umweltaspekten und den Kosten für die Umsetzung und spätere Instandhaltung. Nach Abschluss des Planungsverfahrens und der Erteilung der Baugenehmigung wurde am 9. Dezember 2025 mit den Arbeiten begonnen. Die Eröffnung des Terminals ist für das Jahr 2029 geplant.

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Entwurf von Burtscher-Durig ZT studio

Das siegreiche Konzept wurde zur Grundlage für den örtlichen Entwicklungsplan. Im Zuge der weiteren Entwurfsarbeit wurden einige Anpassungen vorgenommen. Der Baukörper des Terminals, einschließlich des geplanten Turms, wurde um einige Meter nach Nordwesten verschoben und auf der Südseite verschmälert. Diese Änderungen ermöglichten es, einen breiteren Grüngürtel zu schaffen, der die neue Bebauung vom Marathonweg trennt. Gleichzeitig wurde die Höhe des Gebäudes um drei Stockwerke erhöht. Der Plan ging Anfang 2022 in die öffentliche Anhörung und wurde im Juni desselben Jahres vom Stadtrat genehmigt.

Der neue Busbahnhof in Wien – Terminalarchitektur

Der im Bau befindliche Bahnhof zeichnet sich durch seine helle, offene Form aus. Das auffälligste Element ist das große Dach über der Bahnhofshalle, das als eine Abfolge von verglasten und begrünten Streifen gestaltet ist. Diese Komposition bietet Schutz vor Witterungseinflüssen, lässt aber gleichzeitig natürliches Licht herein und gibt den Blick auf die Umgebung frei. An einem Ende des Geländes ist für die nächste Phase der Entwicklung ein Wolkenkratzer mit einer Höhe von etwa 105 Metern geplant. Ein vollständig verglaster Warteraum wird die Beobachtung des Bahnhofsbetriebs ermöglichen. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das „Haus am Kai“ entstehen, ein Gebäude, das sich entlang des Handelskais erstreckt und über ein gemeinsames Dach mit den Bahnsteigen verbunden ist. Die unteren Etagen werden für Betriebs- und Verwaltungsfunktionen genutzt, während die oberen vier Etagen flexible Räume mit Blick auf den Fluss bieten werden.

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Betrieb des neuen Bahnhofs

Der Fernbusverkehr wird direkt vom Handelskai auf die A23 umgeleitet, wodurch die Präsenz auf den Ortsstraßen reduziert wird. Die bestehenden Buslinien an der Engerthstraße und am Marathonweg bleiben unverändert. Der Terminal wird von diesen beiden Straßen aus zugänglich sein, und die Innenausstattung wurde so konzipiert, dass sie für Menschen mit eingeschränkter Mobilität vollständig zugänglich ist. Eine Fußgängerbrücke über den Handelskai wird als bequeme Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zu den Gebieten auf der anderen Seite der Donau dienen.

Begrünung und Fotovoltaik

Das Projekt sieht eine deutliche Verbesserung der Qualität der öffentlichen Räume rund um den Bahnhof vor. Die Engerthstraße erhält ein fußgängerfreundlicheres Profil und der Marathonweg wird durch eine neue Bepflanzung und einen direkten Zugang zur Fußgängerbrücke ergänzt. Das geplante Hochhaus erhält begrünte Terrassen und ein intensiv bepflanztes Dach. Außerdem ist die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Gebäude geplant. Bestehende Bäume an den Grundstücksgrenzen bleiben erhalten, und es werden mehr neue Bäume gepflanzt als entfernt.

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Energie, Klima und akustischer Komfort

Bei dem Projekt wird großer Wert auf umweltfreundliche Lösungen gelegt. Die Gebäude werden mit integrierten Photovoltaikanlagen ausgestattet, zur Kühlung wird Grundwasser verwendet. Im Bereich des Terminals dürfen die Busse nicht mit laufendem Motor fahren. Der Beitrag des Fernbusverkehrs zu den Stickoxid- und Feinstaubemissionen in Wien ist nach wie vor marginal. Die Anlage ist von der Wohnbebauung abgetrennt, und der prognostizierte Anstieg des Lärmpegels am Handelskai wird tagsüber und nachts nicht mehr als ein Dezibel betragen. Darüber hinaus wird der Busverkehr während der Nachtstunden eingeschränkt sein.

Neuer Busbahnhof in Wien – Realisierung und Bauherr

Die WH Fernbus-Terminal Projektentwicklung GmbH, Teil der WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ist für die Realisierung des Bahnhofs verantwortlich. Vor dem Baubeginn wurde die alte Sport- und Veranstaltungshalle auf dem Projektgelände abgerissen. Ausgewählte bauliche Elemente der Anlage werden wiederverwendet. Die Wiener Behörden gehen davon aus, dass der neue Terminal einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Wasserviertels Leopoldstadt haben wird und zu einem der wichtigsten Verkehrsstandorte der Stadt wird.

Quelle: wien.gv.at

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