In Warschau wurden umfassende Konservierungsarbeiten an der polychromen Deckenmalerei im Haupttreppenhaus des Gebäudes in der Wileńska-Straße 21 abgeschlossen. Nach der Reinigung und Konservierung hat die Dekoration ihre ursprünglichen Farben zurückerhalten und die Komposition ist wieder lesbar. Die Arbeiten wurden vom Amt des Hauptstadtdenkmalpflegers in Auftrag gegeben, um ein wertvolles Beispiel dekorativer Malerei aus dem frühen 20. Jahrhundert zu retten.
Ein seltenes Beispiel für figurale Polychromie
Figürliche Polychromie in Warschauer Mietshäusern der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert ist selten. Selbst in Praga-Północ, wo die Gebäude während des Zweiten Weltkriegs weniger stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist diese Art von Dekoration nur sporadisch erhalten geblieben. Die Malereien in dem Haus in der Wileńska-Straße 21 entstanden um 1911-1915 und nehmen die gesamte Deckenfläche des obersten Stockwerks ein. Die Dekoration ist von Stuck umrahmt und die Komposition wird durch eine beigefarbene Bordüre mit einem Blumenmotiv in drei ungleiche Felder unterteilt.

Motive und Details der Komposition
In der Mitte der Decke befindet sich ein gemalter Himmel mit vier Putten, die eine Laute, ein Notizbuch, eine Weintraube und einen Krug halten. Gegenüber befindet sich eine Kartusche mit einem Monogramm aus den ineinander verschlungenen Buchstaben H und M, das sich auf den früheren Eigentümer des Gebäudes, Haim Winkler, bezieht. In der Nähe der Wohnungstür ist eine fliegende Wildente abgebildet. Die Komposition zeichnet sich durch die unterschiedliche Qualität der Ausführung aus, was auf frühere Übermalungen oder die Beteiligung mehrerer Künstler schließen lässt.
Wileńska-Straße 21 – Umfang der Restaurierungsarbeiten
Die von der Restauratorin Maria Sęk-Pudłowska durchgeführten Untersuchungen haben bestätigt, dass ein Teil der Dekoration in zwei Phasen entstanden ist. Die Fragmente mit Putten wurden von einem weniger erfahrenen Maler angefertigt, während die anderen Teile von einem professionellen Dekorateur bemalt wurden. Bei der Restaurierung wurden Verschmutzungen entfernt, geschwächte Stellen des Putzes und der Farbschicht gefestigt und Defekte sowohl in der Polychromie als auch im Stuck ausgebessert. Darüber hinaus wurden abgeplatzte Farbschichten an den Metallträgern der Decke gesichert, ihre Oberflächen gereinigt und mit einem Korrosionsschutzanstrich versehen.
Wileńska-Straße 21 – Anstrich vor und nach der Restaurierung
Wiederherstellung der ursprünglichen Farben
Ein wichtiger Teil der Arbeiten war die Entfernung der sekundären Übermalungen, die die ursprünglichen Details verdeckten. Besonders auffällige Änderungen wurden an dem Feld über der Plattform des letzten Stockwerks vorgenommen. Der dunkle Vogel erschien als Wildente vor grünem Hintergrund, und im oberen Teil der Szene wurde ein Teil des Himmels und der Sonne freigelegt. Die Farben der Polychromie wurden mit einer reversiblen Technik zusammengeführt, wobei ein deutlicher Unterschied zwischen der ursprünglichen Schicht und dem konservatorischen Eingriff besteht. Das gesamte Werk wurde mit einem Schutzfirnis überzogen.
Vilnius 21 – Potenzial für weitere Entdeckungen
Ausgrabungen an anderen Stellen des Treppenhauses bestätigten, dass sich unter den sekundären Farbschichten weitere Verzierungen befinden. Es besteht die Möglichkeit, dass in der Zukunft die gesamte Innenausmalung freigelegt und in ihrem früheren Glanz wiederhergestellt wird, so dass ein zusammenhängendes künstlerisches Umfeld entsteht.
Quelle: Rathaus Warschau
Fotos: R. Pawlas, Büro des Hauptstadtdenkmalpflegers
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