Der Stadtrat von Breslau hat im Januar 2026 einen neuen lokalen Bebauungsplan verabschiedet, der die Bastion Sakwowy umfasst. Interessant und wichtig ist, dass das Dokument den Wiederaufbau des historischen, heute fehlenden Belvederes mit Gloriette zulässt, das vor dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Umgebung überragte. Die Entscheidung der Stadträte schafft die rechtliche Grundlage für einen möglichen Wiederaufbau des Objekts, obwohl die Stadt noch einige formale und organisatorische Schritte zu bewältigen hat.
Neuer Bebauungsplan für die Bastion Sakwowy
Während der Januar-Sitzung des Stadtrats wurde der lokale Bebauungsplan für das Gebiet der Bastion Sakwowy verabschiedet. Das Dokument wurde in Absprache mit dem Denkmalschutzbeauftragten von Niederschlesien erstellt und erlaubt den Wiederaufbau des historischen Belvederes mit Gloriette. Frühere Vorschriften erlaubten keine neuen Gebäude in diesem Gebiet, weshalb die Wiederherstellung dieses architektonischen Wahrzeichens bisher nicht möglich war. Der Beschluss bedeutet jedoch nicht, dass die Bauarbeiten sofort beginnen können. Zunächst müssen die Projektunterlagen vorbereitet, die Baugenehmigung eingeholt und die für die Umsetzung des Vorhabens erforderlichen Mittel beschafft werden.
Die Sakwowy-Bastion und das fehlende Element des Hügels
In den letzten Jahren wurde der Hügel umfassend renoviert. Unter anderem wurden der Peristylpavillon, in dem sich ein Restaurant befindet, sowie die Loggia mit Kolonnade, in der ein Café untergebracht ist, renoviert. Auch der Brunnen wurde modernisiert, die Grünanlagen wurden neu gestaltet, eine neue Beleuchtung installiert und das Wegenetz renoviert. In einer weiteren Etappe wurde das Backsteingebäude mit Sanitäranlagen renoviert und die Anordnung der Spazierwege im höchsten Teil des Hügels korrigiert. Trotz dieser wichtigen Maßnahmen bleibt die architektonische Komposition weiterhin unvollständig. Im Panorama, das von der Teatralna-Straße aus zu sehen ist, fehlt das höchste Element des ehemaligen Sakwowy-Bastionskomplexes.

Die Geschichte der Bastion Sakwowy in Breslau
Die Geschichte der Bastion Sakwowy reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1571 entstand in der südöstlichen Ecke der Stadtbefestigung von Breslau eine Bastion, die von Hans Schneider nach den Prinzipien der sogenannten neuitalienischen Schule entworfen wurde. In ihrem Inneren befanden sich Kasematten, Schanzen und Artilleriestellungen. Ende des 16. Jahrhunderts befand sich hier ein Pulvermagazin, und im 18. Jahrhundert wurden die Befestigungen mit einem Erdwall und einer Kontragarde verstärkt. Nach der Entscheidung über den Abriss der Breslauer Befestigungsanlagen im Jahr 1807 wurde das Gelände in einen Aussichtspunkt umgewandelt, der in die Stadtpromenade integriert wurde. Der von Johann Friedrich Knorr als Spazierweg konzipierte Hügel erhielt später den Namen Liebichs Höhe, nachdem 1867 ein Belvedere und ein Aussichtsturm errichtet worden waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er unter dem Namen Partisanenhügel geführt, der seit 1948 verwendet wurde. Dieser Begriff hatte jedoch keinen offiziellen Status. Im Jahr 2024 wurde dem Ort offiziell der historische Name Bastion Sakwowy gegeben.
Belvedere mit Gloriette und Victoria-Statue
Über mehrere Jahrzehnte hinweg dominierte ein mehrstöckiger Pavillon im Renaissancestil das Hügelbild. Das Gebäude war über 30 Meter hoch und wurde von einem kleinen Pavillon mit Arkaden, einer Gloriette, gekrönt. Auf seiner Spitze stand eine geflügelte Victoria-Statue, eine Kopie der Skulptur auf der Berliner Waterloo-Säule. Das Bauwerk entstand im 19. Jahrhundert auf Initiative des Unternehmers Adolf Liebich, der den Bau finanzierte und den Architekten Karl Schmidt mit der Planung beauftragte. Der Belvedere dominierte die Bebauung des Hügels als wichtiges Element seiner Gesamtkomposition.

Die Sakwowy-Bastion und der Zweite Weltkrieg
Das Gebäude überstand fast 80 Jahre. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es jedoch von der deutschen Armee zerstört. Die hohe Konstruktion konnte als Orientierungspunkt für die sowjetische Luftwaffe dienen, weshalb man sich zu ihrer Beseitigung entschloss. Nach dem Krieg wurde der Wiederaufbau aufgegeben, und auf dem Gipfel des Hügels wurde ein astronomisches Observatorium betrieben, das von der Gesellschaft der Astronomieliebhaber geleitet wurde, die das erhaltene Gebäude nutzte. In den folgenden Jahrzehnten gerieten die Objekte auf dem Hügel in Vergessenheit, ihr technischer Zustand verschlechterte sich, und der Ort verlor allmählich seinen früheren Glanz und seine Eleganz.
Die nächsten Schritte für die Stadt
Die Verabschiedung des neuen Bebauungsplans ist nur der Anfang eines längeren Prozesses. Damit die Rekonstruktion der fehlenden Teile der Bastion erfolgen kann, muss ein Bauprojekt auf der Grundlage historischer ikonografischer Materialien ausgearbeitet werden. Der nächste Schritt ist die Einholung von Verwaltungsentscheidungen und die Beschaffung von Finanzmitteln. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, können die Arbeiten beginnen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird ein sehr wichtiges Element der verlorenen Geschichte des Vorkriegs-Breslau auf die Spitze der Sakwowy-Bastion zurückkehren.

Quelle:Stadtverwaltung Wrocław
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Die Bastion in den 1920er Jahren und im Jahr 2025. Quelle: Wrocław – Bauinvestitionen
Die Sakwowy-Bastion auf einer Postkarte aus den Jahren 1905–1915 und auf einem Foto aus dem Jahr 2025. Quelle: Wrocław – Bauinvestitionen
Blick auf den Partisanenhügel im Jahr 1934 und 2023 – während der Renovierungsarbeiten. Quelle: Niederschlesische Digitale Bibliothek und Google Earth
Der Brunnen im Jahr 2014 und 2025. Quelle: Wrocław – Bauinvestitionen













