Eine hundert Meter lange Wohnung mit einer großzügigen Terrasse öffnet sich auf den Nysa-See und die sanften Konturen des Opawskie-Gebirges. Es handelt sich um die Wohnung eines jungen Zahnarztehepaars, in der die Aussicht gleichberechtigter Teil der Gestaltung ist. Was außerhalb des Fensters liegt, ist wie ein weiteres Material, mit dem der Architekt arbeitet. Die Verglasung führt den Blick weit über den Rahmen der Wände hinaus, und im Inneren herrscht eine gedämpfte, harmonische Aura, die den Rhythmus der Landschaft unterstreicht. Der elegante Raum wurde von Krzysztof Szyra vom Studio Szyra entworfen.
Das Interieur basiert auf gedämpften Erdfarben: dezente Beigetöne, warme Brauntöne und tiefe Grautöne. Natürliches Holz trifft auf Stein mit einer spürbaren Textur, und beide Materialien werden durch eine deutliche schwarze Linie zusammengehalten, die in den Details, den Beleuchtungskörpern und dem Mobiliar zu finden ist. Diese Kombination schafft eine ruhige Kulisse für den Alltag und bringt die Authentizität der Materialien zur Geltung, ohne übermäßig dekorativ zu sein.
Lebensraum
Als größte Herausforderung erwies sich das Wohnzimmer mit seinem unübersichtlichen Grundriss, in dem die Bauherren einen Side-by-Side-Kühlschrank unterbringen wollten. In der vorhandenen Verglasung war dafür nicht genug Platz, so dass eine Insel – ein hoher, eingebauter Steg – in die Theke gesetzt wurde. Die Insel verbirgt den Kühlschrank, eine Reihe von Hochschränken, den Backofen und die Mikrowelle und organisiert die Funktionen, ohne dass Licht verloren geht. Die neue Form ist zu einem kompositorischen Akzent geworden, der die Grenzen zwischen Küche, Ess- und Wohnbereich klar zieht. Auf der Küchenseite bietet sie eine ergonomische Arbeitsfläche, auf der Esszimmerseite schafft sie einen ruhigen Hintergrund für den Tisch und auf der Wohnzimmerseite bildet sie einen Sichtschutz für die Geräte, so dass der Wohnbereich einen repräsentativen Charakter behält.
Nachtbereich
Das Hauptschlafzimmer wurde als intimer, beruhigender Raum für zwei Personen geplant. Eine Glastür trennt den Raum vom Bad und verbindet beide Funktionen zu einem nahtlosen, lichtdurchfluteten Ganzen. Eine natürliche Aussparung in der Wand verbirgt ein kleines Ankleidezimmer mit Schminktisch – ein wahr gewordener Traum für die Besitzerin und gleichzeitig eine diskrete Ecke, um die täglichen Rituale zu organisieren.
Der Rest der Wohnung wird durch zwei kleinere Räume ergänzt. Das eine ist ein gemütliches Arbeitszimmer für Computerspiele – die männliche Enklave des Gastgebers, wo Akustik und Dämmerung das Eintauchen in das Spiel fördern. Der andere Raum bleibt flexibel: Er kann als Gästeasyl oder als Arbeitsraum dienen.

Das Gästebad zeichnet sich durch eine verglaste schwarze Platte aus, die die Dusche abtrennt – ein Detail, das das Thema des grafischen Schwarz wiederholt und der Komposition Rhythmus verleiht. Daneben befindet sich die kompakte Waschküche, die versteckt, aber leicht zugänglich ist, damit die tägliche Arbeit den ruhigen Charakter des Raumes nicht stört.
Der Architekt hat bewusst auf eine geschlossene Garderobe im Eingangsbereich verzichtet, um den Flur optisch zu erweitern und dem Raum repräsentativere Proportionen zu verleihen. Der Eingangsbereich wirkt nun einladend, hell und geordnet, und die schwarze Detaillinie, die ihn durchzieht, verbindet das Vestibül kohärent mit dem Rest der Wohnung. Es handelt sich um eine subtile Geste, die den ersten Eindruck verstärkt und Ordnung in die Sichtachse von der Schwelle aus bringt.
Gleichgewicht von Form und Funktion
Dieses Projekt ist ein bewusster Dialog zwischen Ästhetik und Ergonomie. Die entworfene Insel löste ein spezifisches funktionelles Problem und wurde gleichzeitig zu einem starken kompositorischen Zeichen. Die gedämpfte Farbpalette brachte die Schönheit von Holz und Stein zur Geltung, während die Disziplin der schwarzen Akzente die Wohnung zu einem kohärenten Ganzen vereinte. Das Ergebnis ist eine Oase der Ruhe für ein Paar, das Eleganz und Komfort schätzt – ein Ort, an dem das Panorama außerhalb des Fensters und das raffinierte Interieur eine Einheit bilden.
entwurf: Krzysztof Szyra – Szyra Studio(https://www.instagram.com/szyra.studio)
fotografie: Agata Piątkowska(https://www.apfotograf.com)
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