In einem der markantesten Gebäude des Stadtteils Jardins in São Paulo entstand eine Inneneinrichtung, die den persönlichen Stil der Eigentümer, architektonische Inspirationen aus den 70er Jahren und eine Funktionalität vereint, die dem modernen Lebensstil des Paares entspricht. Felipe, ein Architekt, und sein Ehemann haben ein Zuhause geschaffen, das sowohl als Ort für gesellige Anlässe als auch als täglicher Rückzugsort für sie und ihre drei geliebten Hunde dient.
Ausgangspunkt war der Wunsch, an einem Ort zu leben, an dem die Küche endlich zu einem integralen Bestandteil des Wohnbereichs wird. In früheren Wohnungen war es nie gelungen, eine solche Verbindung zu schaffen, daher war es hier vorrangig, einen Raum zu gestalten, in dem Kochen, Gespräche und ungezwungene Bewegung sich auf natürliche Weise mit dem Wohn- und Esszimmer vermischen. Eine zweite zentrale Anforderung war ein großzügiger, komfortabler Ankleidebereich, der mit dem Hauptbadezimmer verbunden ist und den täglichen Gewohnheiten des Paares entspricht. Eine wichtige Rolle spielte auch ein separater Fernsehraum – ein Ort der täglichen Erholung, an dem man sich mit den Hunden in ein weiches Sofa kuscheln kann, fernab vom Gästebereich.
Die Eigentümer wünschten sich zudem, dass die Küche eher zu gemütlichen Zusammenkünften einlädt. Deshalb wurde sie so gestaltet, dass sie als Erweiterung des Wohnzimmers fungiert, mit Platz für Wein, Snacks und Gespräche, ohne den Hauptraum verlassen zu müssen.
Umfassende Renovierung und neue funktionale Aufteilung
Die Wohnung wurde komplett modernisiert. Von den ursprünglich vier Schlafzimmern wurden zwei zusammengelegt, um eine geräumige Master-Suite mit Ankleidezimmer zu schaffen, und das dritte Zimmer wurde in ein Heimkino mit angeschlossenem Arbeitszimmer umgewandelt. Der Wohnbereich, der zuvor in drei Teile unterteilt war, wurde mit dem ehemaligen Frühstückszimmer und der Küche zu einem großen, fließenden Raum zusammengefasst.
Im Servicebereich wurde einer der beiden Personalräume in die vergrößerte Waschküche integriert, der andere in eine Trockenvorratskammer mit Weinkeller umgewandelt. Außerdem wurde die Öffnungsrichtung einiger Türen geändert, um die Privatsphäre und die fließende Kommunikation zu verbessern.
Neue Installationen
Aufgrund des Alters des Gebäudes (1970er Jahre) entschieden sich die Eigentümer für einen vollständigen Austausch der Elektro- und Sanitärinstallationen. Das neue Heizungssystem wurde so konzipiert, dass es alle Warmwasserentnahmestellen gleichzeitig versorgen kann. Die Elektroinstallation wurde von Grund auf neu ausgeführt, mit einer neuen Schaltanlage, einer größeren Anzahl von Stromkreisen und einer an die heutigen Anforderungen angepassten Zoneneinteilung, einschließlich der Automatisierung ausgewählter Bereiche.

Der Architekt verzichtete bewusst auf abgehängte Decken in den meisten Wohnbereichen und verlegte die Leitungen direkt in der Decke. Dies ermöglichte eine größere Raumhöhe, erforderte jedoch eine präzise Planung. Auch die Standardhöhen der Steckdosen und Schalter wurden geändert und an die vom Eigentümer bevorzugte Ergonomie angepasst.
Inspirationen: die futuristischen 70er und 80er Jahre
Die Ästhetik des Entwurfs entspringt der Architektur des Gebäudes selbst – der Glasfassade, den Aluminiumrahmen und dem für diese Epoche charakteristischen Flair, das an amerikanische Interpretationen des Modernismus der 70er Jahre erinnert. Felipe tauchte in die Ikonografie jener Jahrzehnte ein: in futuristische Anspielungen auf das Zeitalter der Weltraumeroberung, in weiche Kurven, dunkle Holzarten und tiefe Erdfarben.
Der Wohnbereich erhielt eine dichtere, theatralischere Farbpalette, während der private Bereich in Weiß mit einer deutlichen Struktur gehalten wurde, die Sterilität vermeidet. Das Projekt stellte eine bewusste Abkehr von der vorherigen Wohnung dar, die im klassischen, neoklassizistischen Stil gehalten war. Es wurden lediglich einige Möbelstücke aus der Mitte des Jahrhunderts beibehalten, die die Vergangenheit harmonisch mit dem neuen Kontext verbinden.
Die baulichen Herausforderungen wurden zu einem Vorteil
Wie in vielen Gebäuden aus den 70er Jahren gab es bautechnische Überraschungen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Decken doppelt ausgeführt und frei von sichtbaren Balken waren, was den Einbau von raumhohen Türen ermöglichte und zu einem klareren, zeitgemäßeren Effekt führte. Andererseits erforderte die Verlegung der Installationen in der Decke einen höheren Arbeitsaufwand und eine sorgfältige Planung. Letztendlich waren es gerade die Besonderheiten der Konstruktion, die Lösungen ermöglichten, die in einem neueren Gebäude möglicherweise nicht realisierbar gewesen wären.

Der Innenraum wurde als Abfolge von Eindrücken konzipiert. Beim Betreten der Wohnung gelangt der Gast in eine kleine Galerie, in der der mit Holz verkleidete Aufzugsschacht zum Ausstellungselement wird. Hier befinden sich Sammlerstücke, Werke von Geraldo de Barros, Skulpturen und Leuchten von Santa & Cole. Dies ist ein erster Vorgeschmack auf den Stil, der sich durch das gesamte Haus zieht: brasilianische Kunst, Design, persönliche Erinnerungsstücke und eine warme Interpretation von Holz.
Der Wohnbereich – Wohnzimmer, Esszimmer, Küche und Barbereich – bildet einen fließenden Ganzen. Es dominieren Brauntöne, senffarbene Akzente, Bernsteintöne und metallische Details. Die Küche öffnet sich dank einer großen Insel und einer Arbeitsplatte aus Palomino-Quarzit, die zum Mittelpunkt des Raumes wird, zum Wohnzimmer hin. Dunkle furnierte Einbauten runden das Gesamtbild ab und verleihen ihm Einheitlichkeit und Tiefe.
Im Esszimmer ist der im Atelier von Felipe entworfene Tisch das zentrale Element. Die Konstruktion aus Edelstahl wurde mit einer Glasplatte kombiniert, die dank eines abnehmbaren Holzrahmens vergrößert und so an größere Gesellschaften angepasst werden kann. Dazu passen Schweizer Stühle, die in einem Antiquitätengeschäft entdeckt wurden und den für das gesamte Projekt charakteristischen Dialog zwischen eigenem Design, Vintage-Möbeln und zeitgenössischen Entwürfen unterstreichen.
Grün wurde durch eine große, im Atelier entworfene geflochtene Vase eingebracht, die mit Chamedorien bepflanzt ist. Dies ist eine subtile Anspielung auf die Ästhetik der 70er Jahre, jedoch in moderner Interpretation. Den Barbereich bilden ein USM-Modul sowie eine Bar aus den 70er Jahren, die von den italienischen Entwürfen Scapinellis inspiriert ist und ebenfalls in einem Antiquitätengeschäft gefunden wurde.

Klare Aufteilung der Funktionen
Hinter der Galerie und dem Wohnzimmer erstreckt sich ein intimerer Teil des Wohnbereichs – das Fernsehzimmer. Dieser Raum wurde mit Blick auf den täglichen Komfort entworfen. Das dominierende Element ist ein etwa 3,80 Meter langes Modulsofa, das gegenüber einer geschwungenen Wandverkleidung steht, die den Raum umhüllt und den Eindruck einer weichen, einladenden Kapsel vermittelt.
An das Fernsehzimmer grenzt ein Arbeitszimmer mit einem geschwungenen Schreibtisch und Regalen. Hier finden sich neben Büchern und Alben auch Gegenstände aus der Kindheit sowie Erinnerungsstücke von emotionalem Wert. Dies verleiht dem Raum einen persönlicheren, weniger formellen Charakter und unterstreicht, dass es sich um einen Ort zum Arbeiten, aber auch zum Erinnern und Nachdenken handelt.
Die größte Verwandlung hat die Master-Suite durchlaufen. Einer der ehemaligen Räume wurde vollständig in einen Kleiderschrank umgewandelt, wodurch ein geräumiger begehbarer Kleiderschrank entstand. Der entscheidende Schritt war die Verbindung des Kleiderschranks mit dem Badezimmer zu einer funktionalen Einheit: Eine Insel mit Schubladen geht fließend in eine Ablagefläche mit Waschbecken über. Darüber hängen verstellbare Spiegel, die von Schminkspiegeln inspiriert sind, und ein zusätzlicher großer Spiegel verstärkt den Eindruck von Tiefe.
Das Schlafzimmer ist in Weiß mit deutlicher Struktur gehalten, wobei Textilien die einzigen farblichen Akzente setzen. Es ist ein bewusst ruhiger Raum, der ganz auf Erholung ausgelegt ist.
Die Badezimmer im gesamten Apartment sind dem Konzept eines häuslichen Spas untergeordnet. Mosaikfliesen bedecken nicht nur die Wände, sondern auch die Decken und schaffen so eine einhüllende, einheitliche Umgebung. Im Hauptbadezimmer wurde eine Arbeitsplatte aus Carrara-Gioia-Venatino-Marmor mit weißem Hintergrund und grauen Adern verwendet, die die Klarheit und Eleganz dieses Teils des Apartments unterstreicht.
Entwurf: Felipe Carolo
Fotos: Fran Parente
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