Das Architekturbüro WXCA hat den ersten Platz im Wettbewerb für das Zentrum für Kunst und Holzwissenschaft „Xylopolis“ in Hajnówka gewonnen. Sein Entwurf „Tor zur Urwald“ soll dazu anregen, den Wald zu erkunden, und das Gebäude selbst wird ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten von Holz in der Architektur sein.
Xylopolis mit Blick auf den Wald
Inspiration für die Architekten waren die Landschaft und die Natur des Białowieża-Urwalds. Anstelle eines die Umgebung dominierenden Gebäudes schlugen sie einen leichten, pavillonartigen Baukörper mit großzügigen Verglasungen vor. Von den Innenräumen aus wird man den Wald beobachten können, der zu einem wesentlichen Bestandteil des Rundgangs durch das Zentrum werden wird.
„Es war uns wichtig, einen Baukörper zu schaffen, der sich organisch in die Umgebung einfügt. Diese tektonische, pavillonartige Form öffnet sich dem Wald, der ein lebendiges Ausstellungsstück ist“, sagte Michał Czerwiński, Associate Partner bei WXCA und Mitverfasser des Entwurfs.
Die Jury würdigte die Größe des Gebäudes sowie den sensiblen Umgang mit der natürlichen und kulturellen Umgebung. Wichtig war auch die Übereinstimmung der Architektur mit dem Programm des Zentrums und der Art der Geländegestaltung.
Der Landschaftspark rund um das Zentrum
Der Rundgang durch Xylopolis lässt sich außerhalb des Gebäudes fortsetzen. Auf Terrassen, Plätzen und Wegen wird es Raum für Aktivitäten und das direkte Erleben der Natur geben. Der Weg durch das Zentrum soll vom Wissen über Holz, seine Verwendungsmöglichkeiten und seine kulturelle Bedeutung zum Erleben des Waldes führen. Die Planer legten Wert darauf, die wertvollsten Teile des bestehenden Waldes zu erhalten. In ihrem Konzept berücksichtigten sie die Wasserrückhaltung auf dem Gelände des Bauvorhabens sowie den Schutz der Biodiversität. Die Gestaltung der Umgebung soll die lokalen Ökosysteme fördern und einen fließenden Übergang vom Gebäude in die grüne Landschaft ermöglichen.
Wie Marta Sękulska-Wrońska, Architektin und Partnerin bei WXCA, betont, soll der Wald ein aktiver Bestandteil dieses Ortes sein und nicht nur ein Ausblick hinter einer Glasscheibe.

Holz als Thema und Baustoff
Schon beim Betrachten des Pavillons selbst lässt sich viel über Holz erfahren. Seine markante Holzkonstruktion wird eine regelmäßige, modulare Anordnung erhalten. Das Material, dem das Zentrum gewidmet ist, wird somit im Alltag der Besucher präsent sein: in den Details, im Rhythmus der Konstruktionselemente und im Erscheinungsbild der Innenräume. Große Verglasungen öffnen die Räume zur Umgebung hin, und die Dächer werden begrünt. Nach Angaben der Konzeptentwickler soll das Gebäude zudem die Möglichkeiten einer emissionsarmen, auf Holz basierenden Bauweise näherbringen. Die Architektur wird auf diese Weise Teil des Bildungsprogramms von Xylopolis.
Ausstellung in Xylopolis, inspiriert vom Leben eines Baumes
Die Hauptattraktion des Zentrums wird eine interaktive Ausstellung sein, die auf der Metapher des Baumlebens basiert. In ihrer Nähe werden Räume für Wechselausstellungen, Werkstätten, ein Konferenz- und Veranstaltungssaal, eine Mediathek sowie ein Café untergebracht sein. Es wird auch nicht an Orten für Begegnungen und die Organisation von Veranstaltungen mangeln. Die einzelnen Bereiche des Zentrums können gemeinsam oder unabhängig voneinander genutzt werden. Diese Anordnung erleichtert die Organisation verschiedener Aktivitäten, von der Besichtigung der Ausstellungen bis hin zu Workshops und Konferenzen. Von den Innenräumen aus gelangt man auf Terrassen und Plätze und kann von dort aus auf Wegen in Richtung Wald weitergehen. Dadurch sind Bildungsangebote nicht auf die Räume beschränkt.

Ein erweiterbarer Pavillon
Die halboffene Anordnung des Gebäudes bietet Freiheit bei der Gestaltung von Ausstellungen und der Anpassung der Räume an ein wechselndes Programm. Die modulare Bauweise ermöglicht es, das Zentrum in Zukunft unter Beibehaltung der ursprünglichen Komposition zu erweitern. Für die Juroren war es wichtig, wie der Entwurf dazu anregt, den Ort zu erkunden. Architektur, Ausstellungen und das Gelände rund um den Pavillon sollen dasselbe Erlebnis fördern, nämlich das aufmerksame Kennenlernen des Holzes und der Umgebung, aus der es stammt.
WXCA und naturnahes Design
Ein ähnlicher Ansatz in Bezug auf die Landschaft findet sich auch in anderen Projekten von WXCA. In den Unterlagen des Büros wurden die geologische Umgebung von Chęciny, das Warschauer Pole Mokotowskie sowie die historischen Ulrich-Gärten herangezogen. In jedem dieser Fälle war die Erfassung der vorgefundenen Gegebenheiten und der Werte des Ortes ein wichtiger Schritt im Entwurfsprozess. Auch in Hajnówka gingen die Architekten von der Natur aus. Die leichte Form des Pavillons, die Holzkonstruktion und die im Freien stattfindenden Aktivitäten sollen den Kontakt zum Wald erleichtern und die Besucher dazu anregen, die dort ablaufenden Prozesse näher kennenzulernen.
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Das WXCA-Projektteam: Michał Czerwiński, Małgorzata Bonowicz, Andrzej Bulanda, Tomasz Czuban, Anna Dobek-Lenczewska, Gabriela Siljanoska, Mateusz Sokołowski, Michał Sokołowski, Szczepan Wroński.
In Zusammenarbeit mit:
TopoScape (Landschaftsarchitektur): Justyna Dziedziejko, Magdalena Wnęk.
WSP Polska (bauliche Beratung): Krzysztof Bielazik und Aleksander Glegoła
Mukko Studio und Michał Sokołowski (Visualisierungen)
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