mozaiki z Siedlec

Zwei Mosaike aus Siedlce wurden unter Denkmalschutz gestellt. Sie entstanden vor 60 Jahren

Zwei Keramikmosaike aus Siedlce, die das Gebäude der Kreisverwaltung schmücken, wurden in das Denkmalregister eingetragen. Die Kompositionen entstanden Ende der 1960er Jahre nach einem Entwurf von Izabella Płachecka und sind heute die einzigen Denkmäler dieser Art in der Stadt.

Kunst im öffentlichen Raum der Nachkriegsstädte

Die Mosaike an der Fassade des ehemaligen Gebäudes des Stadtrats spiegeln die breite künstlerische Strömung wider, die in Polen in den 1960er und 1970er Jahren vorherrschte. Damals tauchten große, plastische Formen dieser Art an den Fassaden öffentlicher Gebäude als markantes Element ihrer Gestaltung auf. Die farbenfrohen, oft abstrakten Werke sollten die Strenge der modernistischen Baukörper mildern und ihnen einen zugänglicheren Ausdruck verleihen. Das Werk von Izabella Płachecka ist das einzige erhaltene Beispiel für diese Art von Dekoration in Siedlce, weshalb die Entscheidung des Denkmalschutzbeauftragten der Woiwodschaft Masowien, sie unter Denkmalschutz zu stellen, umso weniger überrascht.

Mosaike aus Siedlce – ein Unikat

Beide Kompositionen schmücken die Seitenwände am Haupteingang, also Orte, die für Passanten gut sichtbar sind. Ihre Form hat eine repräsentative und ästhetische Dimension und vermittelt zugleich bestimmte Inhalte. Die Paneele verbinden Motive, die sich auf die Geschichte der Region beziehen, mit dynamischen, farbenfrohen Kompositionen voller Abstraktion. Unter den figurativen Elementen finden sich unter anderem das Stadtwappen, das Bild einer Meerjungfrau sowie eine schematische Darstellung der umliegenden Ortschaften. Das Gesamtwerk von Płachecka spiegelt die Ambitionen der damaligen Stadtverwaltung von Siedlce und die Denkweise hinsichtlich der Entwicklung der lokalen Gemeinschaft wider.

Foto: zygmunt_ra/fotopolska.eu

Die Architektur des Gebäudes an der Piłsudskiego-Straße in Siedlce

Das Gebäude, an dem sich die Mosaike befinden, entstand in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre nach einem Entwurf von Ryszard Piechota vom Wojewódzkie Biuro Projektów (Woiwodschaftsplanungsbüro) in Warschau. Ursprünglich beherbergte es den Sitz des Stadtrats sowie Finanz- und Dienstleistungsinstitute wie die PKO, die PZU oder das Unternehmen „Ruch“. Der Baukörper hat die Form des Buchstabens C. Der fünfstöckige Haupttrakt wurde parallel zur Piłsudskiego-Straße errichtet, während im Süden zwei niedrigere Pavillons angebaut wurden. Dazwischen befindet sich ein Podest mit einer breiten Treppe, die zum Eingang führt.

Zwei Mosaike aus Siedlce wurden unter Denkmalschutz gestellt

Im Laufe seiner 60-jährigen Geschichte wurde das Gebäude mehrfach modernisiert. Dabei wurde die Anordnung der Fenster in den Seitenflügeln zum Innenhof hin verändert und die Eingangstreppe umgestaltet, wobei in deren Umgebung Grünflächen angelegt und neue Geländer angebracht wurden. Trotz dieser Eingriffe in den ursprünglichen Entwurf von Ryszard Piechota sind die Mosaike in sehr gutem Zustand erhalten geblieben. Sie stehen nun unter Denkmalschutz und werden daher nicht wie andere Werke dieser Art in der Stadt verschwinden.

Quelle: Denkmalschutzbehörde der Woiwodschaft Masowien

Fotos: Außenstelle in Siedlce – WUOZ in Warschau